bayerischer wald 

WallfahrtsmuseumIn regelmäßigen Abständen finden im Wallfahrtsmuseum von Neukirchen b.Hl.Blut interessante Sonderausstellungen statt.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.

Sonderöffnungszeiten:
Faschingsdienstag von 9 - 12 Uhr
Karfreitag von 10 - 12 Uhr
Allerheiligen, 1. November von 10-12 Uhr
2. November bis einschl. 15. Dezember > montags von 9-13 Uhr, di-fr von 9-12 und 13-17 Uhr
Heiligabend, 24 Dezember von 10-12 Uhr
Silvester, 31. Dezember von 10-12 Uhr

Zwiefalten und Kladruby - Bruderklöster an der Goldenen Straße und in Schwaben

Kloster ZwiefaltenKloster Kladruby Kladrau

Vor drei Jahren feierten die früheren Benediktinerklöster in Zwiefalten (Baden-Württemberg) und im tschechischen Kladruby/Kladrau ihre Gründungen vor 900 Jahren. Dem Zwiefalter Geschichtsverein gelang mit der Wanderausstellung „900 Jahre Benediktinerklöster Zwiefalten und Kladruby/Kladrau in Westböhmen 1115–2015“ der Brückenschlag ins Nachbarland. Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche nach dem christlich-benediktinischen Erbe im wieder vereinten Europa mit einem Exkurs in die Oberpfalz; eine Austellungseinheit befasst sich mit dem Kloster Reichenbach am Regen als Begräbnisort der Gemahlin Wladislav I., Richinza von Berg.
Kloster Zwiefalten wurde 1089 gegründet. Die ersten Bewohner waren zwölf Mönche und fünf Laienbrüder aus dem Kloster Hirsau (Schwarzwald). Eine erste Blütezeit erlebte das Kloster Anfang des 12. Jahrhunderts; es entwickelte sich zu einem kulturellen und religiösen Zentrum der Region. Im Rahmen der Säkularisation wurde das Kloster schon 1802 aufgelöst. Seither wird es als Krankenhaus genutzt und beherbergt heute das „Zentrum für Psychiatrie“ und ein Psychiatriemuseum.
Die Gründungslegende von Kloster Kladrau geht auf den Heiligen Wolfgang, den Regensburger Bistumspatron, zurück. Der Legende nach hatte Wolfgang auf seinem Weg nach Prag bei einer Gruppe von Waldarbeitern Rast gemacht. Er schnitzte aus einem gefällten Baum ein Kreuz, rammte es in die Erde und verhieß, an jener Stelle werde einmal der Hochaltar einer großen Kirche stehen. Die Kirche des 1115 gegründeten Klosters Kladrau wurde an dieser Stelle gebaut.
Auf das neu gegründete Kloster Kladrau in Böhmen nahm das Kloster Zwiefalten Anfang des 12. Jahrhunderts durch die Entsendung von Mönchen maßgeblichen Einfluss. Dynastische Beziehungen der gräflichen Familie von Berg, Wohltäter der Abtei Zwiefalten, bildeten die Brücke nach Böhmen. Das Kloster Kladruby wurde im Jahr 1785 im Zuge der Josephinischen Reformen aufgelöst. Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt im Stile der Barockgotik ist eines der größten Kirchengebäude in Böhmen und heute Nationales Kulturdenkmal.
Die Ausstellung untersucht die historischen Beziehungen der beiden Klöster und vergleicht beide Klosteranlagen miteinander. Nähere Informationen können dem Begleitkatalog zur Ausstellung entnommen werden.
Die Ausstellung „Die Klöster Zwiefalten und Kladruby/Kladrau. Eine Spurensuche nach dem gemeinsamen christlich-benediktinischen Erbe im wieder vereinten Europa“ kann bis 9. September 2018 im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut besichtigt werden.

Die Bildrechte liegen beim Wallfahrtsmuseum.

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut
Marktplatz 10
93453 Neukirchen b. Hl. Blut
Telefon 09947 / 94 08 23
Telefax 09947 / 94 08 44
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.wallfahrtsmuseum.de

Verschwundene Glashütten im Bayerischen Wald und im Böhmerwald

Lambach um1900Im bayerisch-böhmischen Waldgebirge lagen durch Holzreichtum und umfangreiche Quarzvorkommen beste Voraussetzungen für die Ansiedlung von Glashütten ab dem späten Mittelalter vor. Denn Quarzsand und Pottasche sind die Hauptbestandteile des Glases. Holz lieferte außerdem die Energie für die Feuerung der Öfen und Kalk gab es in erreichbarer Nähe. Uralte Handelswege durchzogen das Waldgebirge und ermöglichten den Transport des kostbaren Gutes.

Die Geschichte der Glashütten im bayerisch-böhmischen Waldgebirge reicht zurück bis zu den Siedlungsanfängen. Die Glasmacher waren die ersten Kolonialisten im Waldgebirge. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden zahlreiche Glashütten, die die Glasherstellung zum wichtigsten Erwerbszweig machten. Anfangs wurden Butzenscheiben, Glasperlen und einfaches Hohlglas hergestellt. Später brachten die Hütten Produkte von höchster Qualität hervor, die dem bayerisch-böhmischen Glas Weltruf verliehen. Ihre größte Blüte erlebte die Glasindustrie im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Allmählich verursachten wirtschaftliche Krisen und internationale Billigkonkurrenz ein Glashüttensterben. Vom Gebrauchsgegenstand war mundgeblasenes Glas zum Luxusgut geworden, durch seine aufwändige Produktion von höchster Qualität im Gegensatz zum industriell gefertigten Glas.

Der Heimatverein d‘ Ohetaler Riedlhütte e.V. und der Kulturverein Šumavský aus Vimperk haben gemeinsam eine Ausstellung „Verschwundene Glashütten im Bayerischen Wald und im Böhmerwald“ erstellt. Diese besteht aus 22 großformatigen Roll-ups und zeigt Glashüttenstandorte aus acht Jahrhunderten, beiderseits der bayerisch-böhmischen Grenze. Die an den früheren Hüttenstandorten gefundenen Glasscherben geben Auskunft über die jeweils produzierten Glaswaren.

Grundlage der Wanderausstellung „Verschwundene Glashütten im Bayerischen Wald und im Böhmerwald“ sind die jahrelangen Bild- und Textrecherchen von Marita Haller, Hans Schopf, Růžena Váchová und Ladislav Čepička. Ermöglicht wurde die Wanderausstellung durch eine Förderung der Euregio Bayern-Böhmen.
(Text: Günther Bauernfeind M.A.)

Foto:

Die Glashüttensiedlung Lambach mit den Ossergipfeln um 1900. Foto: Marita Haller

Die Ausstellung kann von 1. Februar bis 3. Juni 2018 im Wallfahrtsmuseum besichtigt werden.

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b.Hl.Blut

Marktplatz 10 93453 Neukirchen b.Hl.Blut

Telefon 09947 / 94 08 23

Telefax 09947 / 94 08 44

e-mail: tourist@neukirchen.bayern

Öffnungszeiten siehe in www.wallfahrtsmuseum.de

2006: Ostbayerns MZ-Museum des Jahres

2008: Kulturpreis des Bayerischen Waldvereins

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