bayerischer wald 

WallfahrtsmuseumIn regelmäßigen Abständen finden im Wallfahrtsmuseum von Neukirchen b.Hl.Blut interessante Sonderausstellungen statt.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.

Sonderöffnungszeiten:
Faschingsdienstag von 9 - 12 Uhr
Karfreitag von 10 - 12 Uhr
Allerheiligen, 1. November von 10-12 Uhr
2. November bis einschl. 15. Dezember > montags von 9-13 Uhr, di-fr von 9-12 und 13-17 Uhr
Heiligabend, 24 Dezember von 10-12 Uhr
Silvester, 31. Dezember von 10-12 Uhr

Friede soll uns werden - Weihnachtskrippen vieler Völker

sa friede soll uns werden Boehmen Barocker Schrein mit KrippeVom 5. Dezember 2018 bis 27. Januar 2019 zeigt das Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut Weihnachtskrippen aus den Kunstsammlungen des Bistums Regensburg. Auch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat mehrere Krippen aus seiner persönlichen Sammlung beigesteuert.
Unter dem Titel „Friede soll uns werden – Weihnachtskrippen vieler Völker“ erwarten den Besucher insgesamt 40 Exponate.

 

Krippen aus der Oberpfalz, Polen und Äthiopien

Darunter eine alpenländische Kastenkrippe mit dreidimensionaler Bergkulisse, Wurzelkrippen aus Baumrinde, Holzspänen, Moos und kleinen Ästen, Papierkrippen, gläserne Skulpturen aus der Porzellanmanufaktur Rosenthal und aus den USA. Aber auch Kurioses: „Margarinefigürchen“ - sie waren das Spielzeug der Nachkriegskinder, denn in den 1950er Jahren kam ein Unternehmer auf die Idee, seinem Margarine-Produkt Spielzeugfiguren als Werbezugabe beizulegen. Oder die kleinste Geburt Christi-Darstellung mit filigranen und dennoch detailliert ausgearbeiteten Figürchen der Heiligen, die in eine halben Walnussschale Platz finden. Eine mehr als drei Meter breite „Arnschwanger Krippe“ aus der Nähe von Cham, die aus den geschickten Händen von Alois Ochsenmeier stammt. Die Ausstellung lenkt aber auch den Blick über die deutschsprachigen Länder hinaus und zeigt unter anderem eine Krippe aus dem polnischen Krakau. Ihr Skelett besteht aus dünnen Holzstäben und Pappkarton und ist mit farbenprächtig glitzerndem Stanniol überzogen. Zu bestaunen sind auch Krippendarstellungen aus Mexiko, Peru, Guatemala, Äthiopien, Burkina Faso, Kenia oder Uganda.

Botschaft von Weihnachten ist universell

Die Kuratorin der Ausstellung und zugleich Leiterin des Fachbereichs Kunst- und Denkmalpflege im Bistum Regensburg, Dr. Maria Baumann, erklärt: "Der Titel der Ausstellung 'Friede soll uns werden' ist nicht nur eine Zeile aus einem der bekanntesten Weihnachtslieder, sondern für mich eine wichtige und leider sehr aktuelle Botschaft. Die Ausstellung soll mit Krippen vieler Völker zeigen, wie universell die Botschaft von Weihnachten ist. Die Bildsprache der Krippe wird in vielen Ländern verstanden. Jeder macht sich seine Vorstellungen davon, was in der Weihnachtsnacht passiert ist, und das ist stark geprägt von der eigenen Kultur."

Christi Geburt betrifft alle Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der selbst begeisterter Sammler von Krippen ist, betont: „Die weltweite Verbreitung der Weihnachtskrippe erklärt die Vielfalt der Formen und Typen von Weihnachtskrippen. Sie zeigen, wie das Ereignis der Menschwerdung in jedem Betrachter ein eigenes Echo findet und so auch geradezu eine Explosion an Kreativität und Gestaltungsfreude auslöst. Ich wünsche der Ausstellung viele Besucher, die die Erfahrung machen: Christi Geburt ist nicht nur ein historisch-vergangenes Geschehen, sondern es betrifft alle Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten.“

Zur Ausstellung ist auch ein Begleitheft erschienen (56 Seiten, zahlreiche Farb-Abbildungen, 5 €).

„Im Gnadenorte hab ich an dich gedacht…“ – Andachtsbildchen und Andenken von Wallfahrtsstätten in Böhmen.

joomla museum sonderausstellung2018 Foto Böhmen Wallfahrten„Im Gnadenorte hab ich an dich gedacht Und dir dieses Andenken mitgebracht“, ist auf der Rückseite eines gedruckten Andachtsbildchens aus dem nordböhmischen Wallfahrtsort Mariaschein (Bohosudov) zu lesen. Die neue Ausstellung präsentiert Exponate zu fast 40 Wallfahrtsstätten im benachbarten Böhmen. Vorgestellt werden berühmte Wallfahrten wie die zur Příbramer Muttergottes, zum Hl. Nepomuk oder zum Prager Jesulein, aber auch weniger bekannte Pilgerziele. Es werden fast 300 Andachtsbildchen sowie Holz-Skulpturen, Porzellanfiguren, Souvenirs und Andenken wie Tassen oder Klappbildchen zum Aufstellen gezeigt. Eine besondere Rarität sind die ausgestellten Stempel zum Prägen von Wallfahrtsmedaillen. Alle Ausstellungsobjekte entstammen einer umfangreichen Spezialsammlung, die dem Wallfahrtsmuseum von privat überlassen wurde.

Die meisten Wallfahrten in Böhmen entstanden im Zuge der Rekatholisierung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Vor allem die Marienverehrung nahm einen großen Aufschwung. Eine Hochblüte erlebte das Wallfahrtswesen in Böhmen von der Barockzeit an bis weit ins 18. Jahrhundert hinein. Immer wieder aber wurden die Wallfahrten durch religiöse Auseinandersetzungen und hemmende Einflüsse der staatlichen Obrigkeit eingeschränkt. Bereits die beginnende Entwicklung der böhmischen Wallfahrten wurde durch die Hussitenbewegung im 15. Jahrhundert unterbrochen. Einen entscheidenden Rückschlag erlitt das Wallfahrtswesen durch die massiven Restriktionen von Kaiser Joseph II., der Ende des 18. Jahrhunderts mit staatlichen Verboten gegen die Wallfahrten vorging. Weitere Einschränkungen brachten der Zweite Weltkrieg und danach der Druck gegen die katholische Kirche, der ein öffentliches kirchliches Leben und damit auch Wallfahrten weitgehend zum Erliegen brachte. Seit der neuen Religionsfreiheit 1989 erholt sich das Wallfahrtswesen wieder.

Die Ausstellung kann bis Mai 2019 im Wallfahrtsmuseum besichtigt werden.

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