bayerischer wald 

Ehrungen

Neukirchen beim Hl. Blut - Nachrichten vom Münchener Heimatverein

"Ehrung für den gebürtigen Neukirchner Ludwig Baumann"

Neues vom Heimatverein der Neukirchner in München

Aus der Geschichte (Arbeitsgemeinschaft der Oberpfälzer Heimatvereine in München eV.):

Nachdem Kurfürst Maximilian bereits am 25.02.1623 die Kurwürde und die Oberpfalz auf dem Fürstentag zu Regensburg zugesprochen worden waren, erhielt er am 22. Februar 1628 die Oberpfalz auch noch für sich, seine Erben und deren Nachkommen übertragen.

Viele Oberpfälzer und Niederbayern haben über die Jahrhunderte hinweg ihre damals karge und arme Heimat verlassen, gingen nach Übersee oder in die umliegenden großen Städte, um Arbeit und einen neuen Lebensmittelpunkt zu finden. Die nach Amerika ausgewanderten Deutschen fanden sich in Milwaukee und anderen ausgesuchten Städten zusammen, um ihre Sprache und Bräuche lebendig zu halten, die „nur“ nach Augsburg, Kempten, Ingolstadt, Nürnberg oder München abgewanderten Oberpfälzer und Niederbayern taten dies dort, gründeten Freundschaften und Vereine um sich gegenseitig zu unterstützen und vor allem auch die Verbindung nach Hause aufrecht zu erhalten.

Am 27. April 1927 schlossen sich auf Initiative des aus Schönsee stammenden Historikers Franz Xaver Welnhofer und des Geheimrats Leon Graf Du Moulin Eckhart, Herr auf Bertolsheim und Winklarn in München zehn ostbayerische Landsmannschaften zusammen und nannten sich „Die Grenzwinkler“, später „Bund heimattreuer Ostmärker“ und dann „Arbeitsgemeinschaft der Oberpfälzer Heimatvereine in München e.V. Dieser Verein besteht heute aus 25 selbständigen Vereinen, die sich die Förderung von Kultur und Brauchtum ihrer oberpfälzer Region und die moderne Weiterentwicklung ihrer angestammten Heimat zum besonderen Ziel gesetzt haben, es sind dies:

Oberpfälzer Verein
München e.V. (Protektorin Mariae Gloria Fürstin von Thurn & Taxis),
Oberpfälzer Verein München Untermenzing-Allach,
Landsmannschaft Altmannstein und Umgebung,
Landsmannschaft Cham,
Heimatverein Dietfurt/Altmühl,
Egerländer Gmoi z’München e.V.,
Verein der Landsleute von Eschenbach und Umgebung,
Heimatverein „Die Eslarner in München“ e.V.,
Landsmannschaft Falkenstein und Umgebung,
Landsmannschaft Furth im Wald,
Landsmannschaft Gleissenberg und Umgebung,
Landsmannschaft „Chalemunzia“ Kallmünz,
Landsmannschaft Nabburg und Umgebung,
Heimatverein Neukirchen b. Hl. Blut und Umgebung in München e.V,
Landsmannschaft Neunburg vorm Wald,
Landsmannschaft Oberviechtach und Umgebung,
Landsmannschaft Roding und Umgebung,
Landsmannschaft Rötz und Umgebung e.V.,
Landsmannschaft Schmidmühlen und Umgebung,
Landsmannschaft Schönsee und Umgebung,
Verein der Tännesberger und Umgebung,
Landsmannschaft Tiefenbach und Umgebung,
Landsmannschaft Waldershof,
Landsmannschaft Waldmünchen und Umgebung,
Landsmannschaft Winklarn und Umgebung.

Das Fest zur 80-Jahr-Feier:

Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Oberpfälzer Kulturbundes Dr. Wilhelm Weidinger, des Regierungspräsidenten der Oberpfalz Dr. Wolfgang Kunert und des Bezirkstagspräsidenten Rupert Schmid feierte die Arbeitsgemeinschaft der Oberpfälzer Heimatvereine e. V. mit großer Unterstützung des Oberpfälzer Kulturbundes und seines Geschäftsführers Hans-Joachim Wappler, Regensburg, am 15. April 2007 in München ihr 80jähriges Bestehen, beginnend mit einem Festgottesdienst im vollbesetzten „Alten Peter“, zelebriert von Stadtpfarrer von St. Peter München Prälat Herbert Jung, Dekan Hans-Josef Bösl, Abensberg (ehemaliger Kooperator in Neukirchen b. Hl. Blut) und Geistl. Rat Provinzial CP P Gregor Lenzen, München. Dieser Festgottesdienst im „Alten Peter“ und die eindrucksvolle musikalische Gestaltung durch die Chorgemeinschaft St. Georg aus Pressath (Opf.) wird allen noch lange in Erinnerung bleiben, die Fürbitten, vorgetragen von Christine Dittwar, 1. Schriftführerin des Heimatvereins Neukirchen b. Hl. Blut gaben die Hoffnungen und Gebete zum Wohle der Menschen und der angestammten Heimat wieder.



Der Festzug vom Alten Peter zum Hofbräuhaus unter weiss-blauem Himmel (Fahne Heimatverein Neukirchen b. Hl. Blut) Es kommt nicht oft vor, dass sich in der Münchener Innenstadt ein kultureller Festzug von diesem Format in Bewegung setzt. Die Fahnenabordnungen der Vereine und die Gäste zogen unter festlichem weiss-blauem Himmel mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Karl Hartinger nach dem Gottesdienst vom „Alten Peter“ zum Hofbräuhaus am Platzl, wo am Nachmittag im mit 750 Plätzen vollbesetzten Saal die Festveranstaltung mit der Verleihung des Ehrenschildes der Arbeitsgemeinschaft der Oberpfälzer Heimatvereine in München e.V. an Personen stattfand, die sich nach der Satzung der ARGE um diese, die Heimatvereine und Landsmannschaften und um die Verbindung zur Oberpfalz besonders verdient gemacht haben.  

Die Ehrung:

Unser Neukirchener Heimatforscher Ludwig Baumann (jetzt wohnhaft in Bad Kötzting) wurde von der Arbeitsgemeinschaft in dieser Festveranstaltung neben anderen verdienten Persönlichkeiten in Anwesenheit des 1. Bürgermeisters Josef Berlinger auf Antrag des Heimatvereins Neukirchen b. Hl. Blut und Umgebung in München e.V. vertreten durch den Vorstand Karl Brandl die höchste Auszeichnung der ARGE, der Ehrenschild, verliehen. Ludwig Baumann ist Ehrenmitglied des Heimatvereins Neukirchen in München und kommt jedes Jahr nach München, um dem dortigen Verein mit kulturellen Vorträgen und seinen neuesten Forschungsergebnissen Material für den satzungsgemäßen Aufgabenbereich zu präsentieren. Mit Begeisterung haben die Münchener Neukirchener die Arbeit von Ludwig Baumann über Familien- und Häusergeschichten begleitet und erwarten demnächst die Herausgabe seiner viele hundert Seiten umfassenden Zusammenstellung über Neukirchen. Dass es Ludwig Baumann als ehemaliger Rektor der Sonderschule in Bad Kötzting geschafft hat, für jeden seiner Schulabgänger auch einen Ausbildungsplatz zu finden, was für eine Vielzahl von jungen Menschen im gesamten Landkreis Cham in den letzten Jahrzehnten von existenzieller Bedeutung war, war Gegenstand der Laudatio, die die aus Neukirchen stammende Christine Dittwar, 1. Schriftführerin des Heimatvereins Neukirchen b. Hl. Blut und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft auf Ludwig Baumann hielt.



Bürgermeister Josef Berlinger, Ludwig Baumann und Sebastian Feig (2. Vorstand HV Neukirchen)



Die Geehrten (mit Ludwig Baumann) und Vorstandschaft ARGE  Das „Münchener Kindl“ machte in einem Prolog deutlich, dass seit nachweislich 500 Jahren die Oberpfälzer den Münchenern beim Aufbau ihrer Stadt geholfen haben, und selbst der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München Christian Ude musste in seinem Grußwort zugeben, dass erst die zahlreichen Oberpfälzer die Stadt München geprägt haben, so Erasmus Grasser, der Schöpfer der Moriskentänzer im Alten Rathaussaal, der Baumeister Johann Michael Fischer, der Barockbildhauer Ignaz Günther sowie der Mundartdichter Michl Ebauer. Er spricht von derzeit 130.000 Münchenerinnen und Münchenern, die ihre familiären Wurzeln in der Oberpfalz haben, die Arbeitsgemeinschaft geht davon aus, dass es derer viel mehr sind und dass alleine die Oberpfälzer Münchener schon eine ansehnliche Stadt ergeben würden.

Ein Zitat aus dem Grußwort des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber, - selbst mit oberpfälzer Wurzeln - zum 80jährigen Jubiläum:
"… Im Schmelztiegel der modernen Millionenstadt geht zwar viel verloren. So werden es z.B. immer weniger, die den bayerischen Dialekt beherrschen. Wer dies kann, weiß jedoch den Oberpfälzer von dem Oberbayern deutlich zu unterscheiden. Diese Erfahrungen im eigenen Land haben uns zu Föderalisten gemacht, weshalb wir diese Grundsätze nicht nur in Deutschland, sondern auch für Europa mit Nachdruck vertreten…"

Alle Heimatbürgermeister haben ihre Botschaften für die anlässlich des 80jährigen Gründungsfestes herausgegebene Festschrift übersandt und bestätigt, dass die Münchener Vereine engsten Kontakt zu ihren jeweiligen Heimatgemeinden halten und sich dies in der Pflege des Volks- und Kulturgutes, des Heimatgedankens und auch des Wohlfahrtswesens wiederspiegelt, was sich für beide Seiten fruchtbar erweist. Zu diesem besonderen Fest kamen die meisten Bürgermeister der angeschlossenen Gemeinden zum Festakt nach München.

Dieser Beitrag wurde freundlicherweise von Christine Dittwar zur Verfügung gestellt.
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