bayerischer wald 

Genossenschaft "Senioren-Wohnen" gegründet

Dem Ziel, eine betreute Senioren-Wohneinrichtung in der Marktgemeinde zu schaffen, ist man am 03.02.2011 einen entscheidenden Schritt näher gekommen: Im Rathaus wurde die Genossenschaft "Senioren-Wohnen" gegründet. Nach umfassender Erläuterung aller Modalitäten durch Gerhard Hornauer vom Genossenschaftsverband Bayern folgte die Gründungsversammlung, bei der Raiffeisendirektor Hans Sperl zum Vorstandsvorsitzenden und Vizebürgermeister Markus Müller zum Stellvertreter gewählt wurde. Aufsichtsratsvorsitzender wurde Bürgermeister Sepp Berlinger, weitere Aufsichtsräte sind Franz Wellisch und Petra Pongratz.

Gründungsversammlung der Genossenschaft

"Alt werden in Neukirchen b. Hl. Blut" hat sich ein Arbeitskreis auf die Fahnen geschrieben, der seit fast zehn Jahren verschiedene Wohnformen für Senioren prüft. Nun hat der Freistaat Bayern mit der Förderung ambulant betreuter Senioren-Wohngemeinschaften eine interessante Möglichkeit eröffnet, neben großen Pflegeheimen dezentrale, überschaubare Einrichtungen zu schaffen. Dadurch werden die Bemühungen unterstützt, in der Ortsmitte das ehemalige Torschmiedhaus für Senioren zu nutzen. Ziel ist es, vor allem den älteren Mitbürgern im Hohenbogenwinkel die Möglichkeit zu geben, wohnortnah alt zu werden. Vorteil ist ein größtmögliches selbständiges Wohnen mit einer Rundumversorgung von hauswirtschaftlicher Betreuung und ambulanter Pflege. Die künftigen Bewohner sollen Einzel- oder Doppelzimmer und dazu einen Anteil an den Gemeinschaftsräumen wie Küche, Aufenthaltsraum, Pflegebad und großer Dachterrasse mieten können. Bei einer Gesamtkostenbetrachtung ist diese Wohnform deutlich günstiger als ein Heimplatz.

Damit das alles eben zu bezahlbaren Preisen möglich und für einen künftigen Betreiber auch wirtschaftlich vertretbar ist, soll die Genossenschaft durch eine Mietvorauszahlung neben der Abfederung von Anlaufdefiziten vor allem Planungssicherheit für alle Beteiligten geben. "Unser Ziel ist, 250.000 Euro aus der Bevölkerung zu gewinnen", so Vorstandsvorsitzender Hans Sperl. Nachdem eine schriftliche Abfrage der Gemeindeverwaltung vor einigen Jahren aus der Bevölkerung in etwa diese Summe ergeben hat, werden in den nächsten Tagen alle angeschrieben, die damals die Zeichung von Genossenschaftsanteilen in Aussicht gestellt haben. "Wir freuen uns über jeden, der durch seinen finanziellen Betrag das Vorhaben möglich macht", so die Vorstände Sperl und Müller. In der Satzung der Genossenschaft wurde eine Mindesteinlage von 1.000 Euro festgelegt, es dürfen aber auch mehrere Anteile gezeichnet werden. Zweck der Genossenschaft ist unter anderem der Erwerb und die Bewirtschaftung von Immobilien zur Nutzung als seniorengerechter Wohnraum und zur Sicherung der Nahversorgung mit bedarfsgerechten Dienstleistungen. Der Wirtschaftsplan sieht vor, daß das vorgestreckte Kapital der Genossenschaft über 25 Jahre aus den Mieteinnahmen refinanziert und nach der Anlaufphase eine Dividende ausgeschüttet wird.

Wer sich in den nächsten Tagen in die Genossenschaftsliste im Rathaus einträgt, wird ebenfalls Gründungsmitglied. Bei den Sitzungen des Arbeitskreises, dem neben den Bürgermeistern und der Geschäftsleitung der Marktgemeinde auch Monsignore Georg Englmeier angehört, wurde deutlich, daß nur ein deutlicher finanzieller Rückhalt aus der Bevölkerung zum Erfolg führen wird. Dies soll auch dadurch unterstrichen werden, daß sowohl die Marktgemeinde als auch die Raiffeisenbank eine beträchtliche Summe als Genossenschaftseinlage in Aussicht gestellt haben. "Die Bevölkerungsentwicklung führt auch auf dem flachen Land zu immer mehr älteren Mitbürgern, die nicht wie früher im Familienverbund betreut werden können sondern immer mehr auf solche Einrichtungen angewiesen sind", so Aufsichtsratsvorsitzender Sepp Berlinger, der abschließend an die gesamte Bevölkerung den Appell richtete, sich finanziell zu beteiligen. Schließlich besteht neben der wichtigen gesellschaftlichen Bedeutung der Senioren-Wohngemeinschaft die Möglichkeit, die Anteile auch zu übertragen oder zu vererben.

Pressebericht vom 05.02.2011

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