bayerischer wald 

WallfahrtsmuseumIn regelmäßigen Abständen finden im Wallfahrtsmuseum von Neukirchen b.Hl.Blut interessante Sonderausstellungen statt.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.

Sonderöffnungszeiten:
Faschingsdienstag von 9 - 12 Uhr
Karfreitag von 10 - 12 Uhr
Allerheiligen, 1. November von 10-12 Uhr
2. November bis einschl. 15. Dezember > montags von 9-13 Uhr, di-fr von 9-12 und 13-17 Uhr
Heiligabend, 24 Dezember von 10-12 Uhr
Silvester, 31. Dezember von 10-12 Uhr

„Im Gnadenorte hab ich an dich gedacht…“ – Andachtsbildchen und Andenken von Wallfahrtsstätten in Böhmen.

joomla museum sonderausstellung2018 Foto Böhmen Wallfahrten„Im Gnadenorte hab ich an dich gedacht Und dir dieses Andenken mitgebracht“, ist auf der Rückseite eines gedruckten Andachtsbildchens aus dem nordböhmischen Wallfahrtsort Mariaschein (Bohosudov) zu lesen. Die neue Ausstellung präsentiert Exponate zu fast 40 Wallfahrtsstätten im benachbarten Böhmen. Vorgestellt werden berühmte Wallfahrten wie die zur Příbramer Muttergottes, zum Hl. Nepomuk oder zum Prager Jesulein, aber auch weniger bekannte Pilgerziele. Es werden fast 300 Andachtsbildchen sowie Holz-Skulpturen, Porzellanfiguren, Souvenirs und Andenken wie Tassen oder Klappbildchen zum Aufstellen gezeigt. Eine besondere Rarität sind die ausgestellten Stempel zum Prägen von Wallfahrtsmedaillen. Alle Ausstellungsobjekte entstammen einer umfangreichen Spezialsammlung, die dem Wallfahrtsmuseum von privat überlassen wurde.

Die meisten Wallfahrten in Böhmen entstanden im Zuge der Rekatholisierung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Vor allem die Marienverehrung nahm einen großen Aufschwung. Eine Hochblüte erlebte das Wallfahrtswesen in Böhmen von der Barockzeit an bis weit ins 18. Jahrhundert hinein. Immer wieder aber wurden die Wallfahrten durch religiöse Auseinandersetzungen und hemmende Einflüsse der staatlichen Obrigkeit eingeschränkt. Bereits die beginnende Entwicklung der böhmischen Wallfahrten wurde durch die Hussitenbewegung im 15. Jahrhundert unterbrochen. Einen entscheidenden Rückschlag erlitt das Wallfahrtswesen durch die massiven Restriktionen von Kaiser Joseph II., der Ende des 18. Jahrhunderts mit staatlichen Verboten gegen die Wallfahrten vorging. Weitere Einschränkungen brachten der Zweite Weltkrieg und danach der Druck gegen die katholische Kirche, der ein öffentliches kirchliches Leben und damit auch Wallfahrten weitgehend zum Erliegen brachte. Seit der neuen Religionsfreiheit 1989 erholt sich das Wallfahrtswesen wieder.

Die Ausstellung kann bis Mai 2019 im Wallfahrtsmuseum besichtigt werden.

Zwiefalten und Kladruby - Bruderklöster an der Goldenen Straße und in Schwaben

Kloster ZwiefaltenKloster Kladruby Kladrau

Vor drei Jahren feierten die früheren Benediktinerklöster in Zwiefalten (Baden-Württemberg) und im tschechischen Kladruby/Kladrau ihre Gründungen vor 900 Jahren. Dem Zwiefalter Geschichtsverein gelang mit der Wanderausstellung „900 Jahre Benediktinerklöster Zwiefalten und Kladruby/Kladrau in Westböhmen 1115–2015“ der Brückenschlag ins Nachbarland. Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche nach dem christlich-benediktinischen Erbe im wieder vereinten Europa mit einem Exkurs in die Oberpfalz; eine Austellungseinheit befasst sich mit dem Kloster Reichenbach am Regen als Begräbnisort der Gemahlin Wladislav I., Richinza von Berg.
Kloster Zwiefalten wurde 1089 gegründet. Die ersten Bewohner waren zwölf Mönche und fünf Laienbrüder aus dem Kloster Hirsau (Schwarzwald). Eine erste Blütezeit erlebte das Kloster Anfang des 12. Jahrhunderts; es entwickelte sich zu einem kulturellen und religiösen Zentrum der Region. Im Rahmen der Säkularisation wurde das Kloster schon 1802 aufgelöst. Seither wird es als Krankenhaus genutzt und beherbergt heute das „Zentrum für Psychiatrie“ und ein Psychiatriemuseum.
Die Gründungslegende von Kloster Kladrau geht auf den Heiligen Wolfgang, den Regensburger Bistumspatron, zurück. Der Legende nach hatte Wolfgang auf seinem Weg nach Prag bei einer Gruppe von Waldarbeitern Rast gemacht. Er schnitzte aus einem gefällten Baum ein Kreuz, rammte es in die Erde und verhieß, an jener Stelle werde einmal der Hochaltar einer großen Kirche stehen. Die Kirche des 1115 gegründeten Klosters Kladrau wurde an dieser Stelle gebaut.
Auf das neu gegründete Kloster Kladrau in Böhmen nahm das Kloster Zwiefalten Anfang des 12. Jahrhunderts durch die Entsendung von Mönchen maßgeblichen Einfluss. Dynastische Beziehungen der gräflichen Familie von Berg, Wohltäter der Abtei Zwiefalten, bildeten die Brücke nach Böhmen. Das Kloster Kladruby wurde im Jahr 1785 im Zuge der Josephinischen Reformen aufgelöst. Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt im Stile der Barockgotik ist eines der größten Kirchengebäude in Böhmen und heute Nationales Kulturdenkmal.
Die Ausstellung untersucht die historischen Beziehungen der beiden Klöster und vergleicht beide Klosteranlagen miteinander. Nähere Informationen können dem Begleitkatalog zur Ausstellung entnommen werden.
Die Ausstellung „Die Klöster Zwiefalten und Kladruby/Kladrau. Eine Spurensuche nach dem gemeinsamen christlich-benediktinischen Erbe im wieder vereinten Europa“ kann bis 9. September 2018 im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut besichtigt werden.

Die Bildrechte liegen beim Wallfahrtsmuseum.

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut
Marktplatz 10
93453 Neukirchen b. Hl. Blut
Telefon 09947 / 94 08 23
Telefax 09947 / 94 08 44
e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.wallfahrtsmuseum.de

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