bayerischer wald 

Auf den Spuren der Hussiten (21. Okt. 2010 bis März 2011)

Das Wallfahrtsmuseum Neukirchen beim Heiligen Blut präsentiert seit Donnerstag, 21. Oktober, die neue Sonderausstellung über die Geschichte der Hussiten. Neukirchen b. Hl. Blut hat zu dieser Thematik eine besondere Beziehung: 1422 wurde der Ort durch Hussiten zerstört, 1434 das Pflegschloss, in dem heute das Wallfahrtsmuseum untergebracht ist. Das Gnadenbild der berühmten Neukirchener Wallfahrt, die geschnitzte Marienfigur, wurde der Legende nach durch den Säbelhieb eines Hussiten verletzt und blutete.

Sonderausstellung Hussiten1415 wurde der tschechische Reformator Jan Hus als Ketzer hingerichtet. Unter seinem Namen entbrannte in Böhmen eine Revolution, die in Kriege mündete. Die Hussiten forderten die Predigtfreiheit, den Laienkelch, die Armut der Geistlichen und weltliche Strafen für Todsünden. Die Verweigerung ihrer Forderungen führte zu den Hussitenkriegen. Durch vier Kreuzzüge gegen die Böhmen versuchten Kirche und Reich, ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Die Kreuzzüge endeten aber mit katastrophalen Niederlagen. In den darauffolgenden Hussitenkriegen wurden von den Anhängern des Reformators Dörfer, Kirchen, Klöster und Burgen in Schutt und Asche gelegt sowie ganze Landstriche verwüstet. In der Oberpfalz erinnern Sagen, Festspiele, Wallfahrten, Denkmale und Straßennamen an die Zeit der Hussitenkriege.

Die Ausstellung „Auf den Spuren der Hussiten“ versucht Antworten zu geben auf die Fragen, wer die Hussiten waren, wie es zu den Hussitenkriegen kam und wie sich diese Ereignisse in Politik, Kultur und Religion niederschlugen.

Die neue Ausstellung kann bis Ende März 2011 besichtigt werden. Selbstverständlich ist auch die sehenswerte Dauerausstellung des Wallfahrtsmuseums einen Besuch wert.




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