bayerischer wald 

Offene Ganztagsschule ab Schuljahr 2009/2010

Aus der Presse, Artikel vom Dienstag, 07.04.2009:

Offene Ganztagsschule ab Schuljahr 2009/2010
 
Neukirchen b. Hl. Blut. In der ersten Schulverbandssitzung des neuen Jahres wurde die Jahresrechnung 2007 festgestellt und der Haushaltsplan für 2009 verabschiedet. Nachdem eine Umfrage bei den Eltern konkreten Bedarf für eine offene Ganztagsschule ergeben hat, soll es an der Hauptschule ab dem kommenden Schuljahr eine offene Ganztagsklasse auf freiwilliger Basis für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben geben. Mit einem Betrag von 3.323 Euro unterstützt der Schulverband die vom Förderverein der Volksschule getragene verlängerte Mittagsbetreuung im laufenden Schuljahr.

 
Schulverbandsvorsitzender Sepp Berlinger begrüßte die Verbandsmitglieder und dankte für die gute Vorbereitung der Sitzung. Nur eine Formalie war die Feststellung der Jahresrechnung 2007, der eine Rechnungsprüfung durch Stefan Aschenbrenner und Ulrich Neumeyer vorausgegangen war. Nachdem Neukirchens Kämmerer Peter Staudacher als Schulsachbearbeiter den Haushaltsplan für 2009 detailliert ausgearbeitet hatte, ging die Verabschiedung zügig über die Bühne. Demnach werden bei den Einnahmen für Lernmittel 6.000 Euro und für die Schülerbeförderung eine staatliche Zuweisung von rund 100.000 Euro angesetzt. Bei den Ausgaben schlagen 105.000 Euro für Hausmeister, Aufsichts- und Reinigungspersonal sowie je 5.000 Euro für Zweckausstattung und Lernmittel zu Buche. Für Bauhofleistungen werden 3.600 Euro verrechnet, für die Schülerbeförderung 187.000 Euro angesetzt. Nach Abgleich aller Ausgaben und Einnahmen errechnet sich eine Schulverbandsumlage von insgesamt 393.500 Euro, die auf 245 Schüler aus dem Gemeindegebiet Neukirchen b. Hl. Blut und 46 Schüler aus Eschlkam aufgeteilt wird. Für weitere 35 Eschlkamer Kinder, die an der Waldschmidtschule ausgelagert unterrichtet werden, fällt keine Schulverbandsumlage an.

2. Bürgermeister Markus Müller, der in Vertretung von Marktrat und Schulkoordinator Stefan Aschenbrenner an der Sitzung teilnahm, berichtete von den jüngsten Gesprächen, die im Hinblick auf die Sicherung des Hauptschulstandortes Neukirchen b. Hl. Blut geführt wurden. Demnach sei es dringend geboten, das schulische Angebot zu erweitern. "Ansonsten ist zu befürchten, daß es in wenigen Jahren im ganzen Landkreis nur noch vier oder fünf Hauptschulen gibt", so der Vizebürgermeister. "Wir wollen den Schulstandort langfristig sichern und mit einer Generalsanierung für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen. Dazu müssen aber auch die schulischen Inhalte passen". Alle derzeit für Hauptschulen möglichen Perspektiven müssten intensiv geprüft und wenn möglich rasch aufgenommen werden, die Zusammenarbeit mit den Nachbarschulen sollte gesucht werden. "Das darf aber keine Einbahnstraße sein", so der Neukirchener Kreisrat.
 
"Der Bedarf für eine offene Ganztagsschule ist da, für mehr als 20 Kinder aus den Jahrgangsstufen fünf bis sieben wurde Interesse angemeldet", informierte Rektor Rainer Wöllisch über das Ergebnis einer schriftlichen Elternbefragung. Erfreulich sei, daß aus der jüngsten Regierungserklärung von Kultusminister Spaenle hervorgehe, daß der Staat den bisherigen Kostenanteil der Eltern übernehmen will. Für die Betreuung der Kinder am Nachmittag sollten möglichst viele zusätzliche Lehrerstunden angestrebt werden.
 
Ulrich Neumeyer stellte fest, daß es in der Politik ein Umdenken gäbe. "Ob man es will oder nicht, die Gesellschaft verändert sich und darauf braucht es entsprechende Antworten". Auch Neukirchens Marktrat Josef Mauerer unterstützt das Vorhaben. Der Vertreter Eschlkams, Marktrat Peter Betz, informierte über die Planung einer offenen Ganztagsschule ab dem kommenden Schuljahr auch an der Grundschule in Eschlkam. Auf Betz´ Nachfrage bestätigte Rektor Wöllisch, daß die ausgelagerte Klasse nach Neukirchen b. Hl. Blut zurückkomme, sobald sie nicht mehr als 15 Kinder zählt. Dies sei juristisch festgelegt. Die Verbandsmitglieder sprachen sich deutlich dafür aus, daß die Kommunen notfalls auch finanziell in Vorleistung treten müssen. Bürgermeister Sepp Berlinger warnte davor, alles kostenlos anzubieten. Das dürfe an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern nicht scheitern, hielten Ulrich Neumeyer und Markus Müller dagegen. In der Vorbereitung der offenen Ganztagsschule warb Rektor Wöllisch um die Unterstützung der Vereine, weil der Bedarf mit Lehrern nicht abzudecken sei. Neben Sport sollte auch das musische Angebot am Nachmittag ausgeweitet werden. Die Mitglieder des Schulverbandes beschlossen einstimmig, im Schuljahr 2009/2010 mit einer offenen Ganztagsklasse der Jahrgangsstufen fünf bis sieben zu beginnen und die erforderlichen Mittel im Haushalt einzustellen.

Text: Markus Müller

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