bayerischer wald 

Mit den Marionetten ins Märchenland - Neue Sonderausstellung

Mit den Marionetten ins Märchenland - Böhmische Marionetten aus dem Chodenmuseum Taus.

Ausstellungseröffnung war am Mittwoch, den 15. Februar 2017

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Das Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut präsentiert historische, böhmische Marionettenfiguren, Requisiten und Kulissenbilder aus der umfangreichen Sammlung des Chodenmuseums Taus/Domažlice. Öffnungszeiten siehe http://www.neukirchen.bayern/de/ausstellungen-sp-31835.html

Die Tradition des Marionettentheaters in Böhmen lässt sich bis zur 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen. Die ersten Ensembles waren Familienbetriebe und als Wanderbühnen von Ort zu Ort unterwegs. Zu den beliebtesten Stücken gehörten in der Frühzeit die Geschichten von Doktor Faust und Don Juan, im 19. Jahrhundert die Stücke mit „Kašpárek“ („Kasperle“) als Hauptfigur, der auch „Pimperle“ genannt wurde.

Seine Popularität stieg bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Stücken für Kinder. Zuerst stellte die Figur einen Erwachsenen dar, aber im Laufe der Zeit wandelte er sich zu einem frechen, schlauen Burschen. Aufgabe des Kasperl war es, den Kontakt mit den Zuschauern zu pflegen, oft reagierte er unmittelbar auf das Verhalten des Publikums. Gewöhnlich eröffnete der Kasperl die Vorstellung, meist mit seinem unzertrennlichen Freund, dem Schimmel. Der Schimmel war lange das einzige Tier im Marionetten-Repertoire. Erst später wurde er durch einen Drachen ergänzt. Die Ausstellung zeigt Marionetten und Requisiten, überwiegend aus der Umgebung von Taus. In Taus beginnt die Tradition des Marionettenspiels, als man zunächst in Wirtshäusern Aufführungen anbot. 1951 entstand das Marionetten-Theater in der Brauerei als Teil des Theatervereins „Havlíček“. Das Ensemble spielte bis 1996; 2004 wurde das Theater geschlossen. Vor einigen Jahren wurde mit Erfolg an die Tradition des Marionetten-Theaters angeknüpft. (gepostet am 16.02.2017)

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Von links: Direktor Josef Nejdl vom Chodenmuseum Taus, Museumsleiter Günther Bauernfeind M.A., Bürgermeister Markus Müller, die Kuratorinnen Slavka Štrbová und Kristina Pinkrová, 3. Bürgermeister Ulrich Neumeyer, 2. Bürgermeister Hans Kerscher