bayerischer wald 

Neue Währung: N-Mark startet

„Neukirchen reagiert auf die Euro-Krise“ könnte man meinen, denn ab sofort (16.09.2011) kann in der Marktgemeinde mit eigenem Geld gezahlt werden. Eine ganz neue Art der Kundenbindung überlegte sich der Arbeitskreis „Wirtschaft“ der Agenda 21-Bewegung Neukirchen b. Hl. Blut, auf dessen Initiative seit Mitte September 2011 die attraktiv gestaltete und sehr wertige „N-Mark“ ausgegeben wurde und nun in Umlauf ist. Diese Regionalwährung auf Gutschein-Basis kann bei den knapp 50 teilnehmenden Dienstleistungs-, Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben sowie den Freizeiteinrichtungen in der Marktgemeinde Neukirchen b. Hl. Blut eingelöst werden. Die „N-Mark“ gibt es in der Stückelung „5, 10 und 20“ und ist in der Tourist-Info Neukirchen b. Hl. Blut erhältlich. Als Besonderheit gilt, dass die „kleine Schwester des Euro“  branchenübergreifend verwendet werden kann. Jeder vermag die „N-Mark“ nach seinen eigenen Interessen und Bedürfnissen einzulösen: somit ist sie auch ein passendes Geschenk, das immer gut ankommt! - damit fängt die Freundschaft an. Mit der „N-Mark“ wird zudem eine Liste ausgegeben, auf welcher die teilnehmenden Betriebe aufgeführt sind. Außerdem sind in diesen Geschäften im Eingangsbereich ein Plakat und ein Aufkleber angebracht, das sie als Teilnehmer kennzeichnet. Die Neukirchner Zweitwährung soll den Euro nicht ersetzen, sondern ihn um ein regionales Zahlungsmittel ergänzen.

N-Mark


Hinter der Idee steckt die Absicht, die regionale Wirtschaft zu stärken, die Kaufkraft an die Regionen zu binden, die regionalen Unternehmen zu fördern, neue Umsätze zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu sichern. Ferner hilft sie heimische Produkte abzusetzen und aufgrund verkürzter Transportwege die Umwelt zu schonen. Gegen den ungehemmten Kapitalfluss der globalisierten Wirtschaft wenden sich diese und weitere sogenannte Regionalwährungen. Das Ziel ist, den lokalen Handel aufzuwerten oder ökologisch nachhaltige Prinzipien zu verfolgen. Zudem wird die Wirtschaft angekurbelt.
Wer also regional etwas Gutes tun will, wird klugerweise auch die „N-Mark“ im Geldbeutel haben.

„Der Euro kann nicht alles!“: Man stelle sich vor, die Region sei eine leckgeschlagene Badewanne. Durch immer mehr Löcher entschwindet Kaufkraft für die einheimische Wirtschaft. Mit einer regionalen Währung können diese Löcher gestopft werden, damit sich – um im Bild zu bleiben – die Wanne wieder füllt und die Kaufkraft steigt. Schließlich gibt es zusammenfassend viele gute Gründe, die für die „N-Mark“ sprechen: Sie fördert regionale Produkte und Dienstleistungen, vermeidet überflüssige Transporte, verhindert das Abfließen von Kapital, sie stärkt den Mittelstand, hilft die Infrastruktur zu verbessern, kann Arbeitsplätze schaffen, bringt Angebot und Nachfrage zusammen, sie sorgt für Kundengewinnung, Kundenbindung und Umsatzsteigerung; sie verbessert die Liquidität bei kleineren und mittleren Unternehmen und bringt letztendlich Vorteile gegenüber Discountern und Handelsketten. Somit ist eine Regionalwährung ein Gewinn für alle, zumal die teilnehmenden „N-Mark-Unternehmen“ mit - gegebenenfalls auch zeitlich begrenzten - Sonder-Aktionen locken.  „Man muss einfach Ideen haben und umsetzen“, so die Initiatoren der N-Mark.

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